Kolumbarium



St. Pauli Soest: Erstes Kolumbarium in einer evangelischen Kirche Westfalens

Nach langer und intensiver Vorarbeit hat das Landeskirchenamt der Ev. Kirche von Westfalen am 7. Oktober 2008 erstmals die Errichtung eines Kolumbariums in einer evangelischen Kirche genehmigt. Damit steht fest: Was seit kurzem schon in einigen römisch-katholischen Kirchen (z.B. Marl, Aachen, Erfurt) möglich ist, soll künftig auch in der evangelischen St. Pauli-Kirche Soest möglich sein: ein Urnenbegräbnis im Kirchraum. Mit dieser Entscheidung beschreitet die Ev. Kirche von Westfalen Neuland. Die Soester St. Petri-Pauli Kirchengemeinde, der drei mittelalterliche Kirchen gehören, beriet schon länger über eine sinnvolle und angemessene Nutzungserweiterung für die denkmalgeschützte St. Pauli-Kirche. Die Idee, in der St. Pauli-Kirche ein Kolumbarium einzurichten, kam bereits 2006 auf. Sie wurde seitdem im Dialog mit den zuständigen Behörden und dem Denkmalamt weiterentwickelt und in diesem Jahr zur Entscheidungsreife gebracht. Nach der nun erfolgten Genehmigung kann die Ev. St. Petri-Pauli Kirchengemeinde mit der konkreten Planung und Umsetzung ihres Vorhabens beginnen.


Das Konzept: Kirche als „Gemeinschaft der Heiligen“, die Lebende und Tote umfaßt

In der gotischen St. Pauli-Kirche soll im hinteren (westlichen) Teil ein Urnenfriedhof eingerichtet werden, während im vorderen Teil der Kirche weiterhin regelmäßig Gemeindegottesdienste, Taufen und Trauungen stattfinden. Der Kirchengemeinde ist es wichtig, dass der Urnenfriedhof so gestaltet wird, dass beide Teile der Kirche miteinander in Beziehung stehen und als Einheit empfunden werden können.


Kolumbariumsbereich - erste Ausbaustufe

So soll das alte christliche Bekenntnis zur "Gemeinschaft der Heiligen", die dauerhaft in Gott begründet ist und die die Lebenden wie die Toten umfaßt, auch baulich-gestalterisch zum Ausdruck kommen: Lebende und Tote gemeinsam unter einem (Kirchen-)Dach. Dem entspricht, dass die Urnen nach der 20-jährigen Ruhezeit in der St. Pauli-Kirche verbleiben und dort auch zur ewigen Ruhe gebettet werden, und dass die Namen aller Beigesetzten in einem ausliegenden Totenbuch dauerhaft verzeichnet werden.



Kolumbariumsbereich - zweite Ausbaustufe

Damit der Grundgedanke der bleibenden Verbundenheit in Gott auch bei der Gestaltung des Kolumbariums überzeugend und mit einem Höchstmaß an Qualität umgesetzt wird, wird das Presbyterium in Zusammenarbeit mit dem landeskirchlichen Baureferat als nächstes einen Gestaltungswettbewerb ausschreiben. Die eingehenden Entwürfe sowie das Urteil der Jury werden dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Die letzte Entscheidung, welcher Entwurf verwirklicht wird, liegt beim Presbyterium. Mit der Fertigstellung und Einweihung des Kolumbariums ist für 2009 zu rechnen.

Belegung ab 2009

Die Kolumbariumspläne der Gemeinde stießen von Anfang an auf breites öffentliches Interesse. Die einfache Liegezeit wird wie allgemein üblich 20 Jahre betragen (Verlängerung möglich). Die Kosten eines Urnenplatzes in St. Pauli werden erst am Ende der Bauzeit genau feststehen, sie werden allerdings aufgrund der aufwendigen Gestaltung des Kolumbariums in einer mittelalterlichen Kirche höher liegen als bei einem Urnenwahlgrab auf einem städtischen Friedhof.

Bereits jetzt können Interessenten sich auf eine Liste setzen lassen, die im Gemeindebüro geführt wird. Die Interessenten werden von der Kirchengemeinde informiert, sobald die genauen Kosten pro Urnengrabstelle feststehen. Die Vergabe der Grabstellen, die auch schon zu Lebzeiten erworben werden können, erfolgt nach der Reihenfolge der Meldung bis zur vollen Belegung des Kolumbariums in der St. Pauli-Kirche.

Ein neuer Beitrag zur kirchlichen Bestattungskultur

Mit dem Kolumbarium in St. Pauli möchte die Ev. St. Petri-Pauli Kirchengemeinde in Zeiten einer sich wandelnden Friedhofskultur einen neuen und eigenen Beitrag zur kirchlichen Bestattungskultur leisten. Dabei werden ältere kirchliche Bestattungstraditionen aufgenommen und dahingehend modifiziert, dass nicht nur Fürsten und Bischöfe, sondern prinzipiell jeder Christ innerhalb der Kirche beigesetzt werden kann.

Auskunft zum Kolumbariumsprojekt der Ev. St. Petri-Pauli Kirchengemeinde Soest erteilt:

Pfarrer Dr. Welck, Vorsitzender
Telefon 0 29 21 / 60 66 5
Telefax 0 29 21 / 66 50 68
e-mail: cwelck@petri-pauli.de