Der Innenraum von St.Petri muss restauriert werden!
Der Innenraum der schönen, alten St. Petrikirche bedarf in den nächsten Jahren einer Sanierung.
Das Langhaus wirkt grau und unansehnlich. Die romanische Ausmalung ist unter den Schmutzschichten kaum noch zu sehen.
Im südlichen Seitenschiff bröckelt Putz großflächig von den Wänden.
Dies alles ist kein Wunder: zum letzten Mal ist das Hauptschiff 1962-64 restauriert worden - das ist fast 50 Jahre her!
Und weil der Chorraum 1998 und die Kaiserempore 2005 vor Einbau der Orgel bereits erneuert wurden, fällt der Kontrast unschön auf.
Die Innenrestaurierung hat folgende Aspekte:
Voruntersuchungen und -arbeiten
1. Erneuerung von Kanälen und Fallrohren (Sommer 2011): Ein Problem an der Südseite ist die Feuchte in den Wänden, die zu den erheblichen Putzschäden geführt hat.
Eine Dichtheitsanalyse im Jahr 2010 ergab, dass die Kanalisation an der Südseite Schäden und Löcher aufweist, der Durchmesser der Rohre zu gering ist und bei der Größe des Daches auch ein drittes Fallrohr an der Kirche nötig ist.
Im Sommer 2011 wurden Kanäle und Dachrinnen erneuert.
2. Voruntersuchungen in der Kirche (März 2012):
Im März 2012 wurden in der St. Petrikirche durch die Restauratorin Franziska Tretow aus Münster umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, die vor allem zwei Zwecken dienten:
Schlimme Schäden
Fast die gesamte Kirche wurde auf Hohlstellen und gelösten Putz abgeklopft. Schäden und Risse wurden aufgenommen und kartiert, Putzproben entnommen und Farbpigmente analysiert.
Insgesamt sind die Schäden schlimmer als gedacht, fast dramatisch schlimm. Große Teile des Putzes haben sich gelöst. Am schlimmsten ist der Zustand in den Seitenschiffen.
Klar ist jetzt, dass wir die Innenrestaurierung nicht nur aus ästhetischen Gründen durchführen, sondern es dringenden Handlungsbedarf gibt, Putz und mit ihm die Ausmalung zu retten.
Bunte Bänder und Kreise
Auf der nördlichen Seitenempore ist nahe an der Orgel ein Probefeld angelegt worden.
Die spätromanischen Ausmalungsreste wurden gereinigt, in Trateggio-Technik mit feinen Strichen retuschiert und leicht ergänzt.
Sie entfalten jetzt wieder ihre ganze Wirkung. Auch Neues wurde gefunden: ein größerer Kreis mit einem Tier in der Mitte, der vorher nicht sichtbar war, tauchte unter viel Schmutz wieder auf!
Diskutiert wird noch über den „Weißton“ des Hintergrundes.
3. Dachstuhl:
Der Dachstuhl der Petrikirche hat eine problematische Konstruktion: Stützen des Seitendachs liegen unmittelbar auf dem Gewölbe und leiten den Druck direkt auf es ab.
Dies könnte einer der Gründe dafür sein, dass die Decken auf der Seitenempore starke Risse aufweisen.
Vermutlich werden vor Beginn der Hauptmaßnahme Arbeiten am Dachstuhl nötig werden.