Die St. Petrikirche


Lage: Petristraße / Petrikirchhof
Gottesdienste: sonntags 10.00 Uhr
Besichtigung: dienstags - freitags 9.30 - 12 und 14 - 17.30, samstags bis 16.30, sonntags 14 - 17.30



Zur Geschichte

Die St.Petri-Kirche, im Volksmund auch liebevoll "Alde Kerke" genannt, gilt als die älteste Pfarrkirche der Stadt und ist eine der ältesten Kirchengründungen Westfalens überhaupt. Bereits Ende des 8. Jahrhunderts wurde im Zusammenhang der Sachsenmission Karls des Großen an dieser Stelle ein Kirchbau errichtet. Die jetzige Kirche wurde im Jahr 1150 geweiht. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie mehrfach erweitert. Der heute so charakteristische dreistöckige Turmhelm stammt aus dem Jahr 1709, als nach einem Brand der obere Teil des Turmes erneuert werden mußte. 1945 wurden bei einem Bombenangriff Chorraum und Kreuzschiff zerstört. Der äußere Wiederaufbau dauerte bis 1955.

Zeittafel:
Mittelalter:
vor 800 Erste Petrikirche: einschiffige Saalkirche mit eingezogenem Chor.
Die Kirchengründung steht im Zusammenhang der Bemühungen Karls des Großen, Norddeutschland zu christianisieren. St.Petri ist eine der "Urpfarreien" Westfalens.
Mit dem Wachstum der Stadt entsteht die Notwendigkeit, die Kirchen zu vergrößern bzw. weitere zu bauen.
1150 Bau der Kirche in ihrer heutigen Form als dreischiffiger Basilika, aber noch ohne Seitenemporen und Chor (1152 Besuch Kaiser Barbarossas).
um 1180 Eine zweigeschossige Vorhalle an der Nordseite - das sog "Paradies" - wird angefügt.

Mit der steigenden Bedeutung Soests in der Hansezeit und dem wachsenden Reichtum der Stadt ging eine rege Bautätigkeit einher. Auch St. Petri wurde mehrfach erweitert.
ca. 1230 Aufstockung der Seitenschiffe durch Emporen.
Ende des 13. Jh. Anbau des gotischen Hallenchores anstelle der urspr. kleinen Apsis.
Ende des 14. Jh. Aufstockung des Turmes um ein weiteres Geschoss. Gotische Spitzhaube.

Barockzeit:
17.Jh. In der Barockzeit kommen der 8 m hohe barocke Hauptaltar (1647, zerstört im 2.Weltkrieg) und die reich geschmückte Kanzel (1692/93) in die Kirche.
1702 Durch Blitzschlag und Brand werden Turm und Glocken zerstört.
1709 kommt der dreistöckige, barocke Turmhelm auf die Kirche. 1711 werden neue Glocken eingebaut.

19./20.Jahrhundert:
1876-1881 Die Kirche erhält neue Kirchenfenster, die aber bereits im 2. Weltkrieg wieder zerstört werden.
1890-1905 Große Restaurierung. Die ornamentale romanische Gewölbeausmalung der Kirche wird freigelegt und im Geschmack der Zeit in intensiven Farben rekonstruiert. Die gotischen Wandbilder hingegen werden überstrichen, weil sie nicht dem Zeitgeschmack entsprechen.
1930-1933 Bei einer zweiten Restaurierung in den 30er Jahren werden diese Maßnahmen zum Teil rückgängig gemacht: die romanische Bemalung wird weiß überstrichen, dadurch wirkt der Raum sehr hell. Die gotischen Tafelbilder werden wiederentdeckt und freigelegt.
1945 Zwischen St. Petri und St. Patrokli detoniert eine Luftmine, die den Chorraum der Kirche zerstört. Vernichtet werden dabei auch der barocke Hauptaltar, die Wandmalereien im Chorraum, Bilder, Abendmahlsgeräte, Kirchenbänke etc.
1948 Mit einer provisorischen Wand wird der zerstörte Chorraum vom Hauptschiff abgetrennt. In der verkürzten Kirche wird am 8. August 1948 zum ersten Mal wieder Gottesdienst gefeiert. 1949 beginnt man mit dem Wiederaufbau des Chores.
1955 Am 1. Advent 1955 wird der wiedererrichtete Chorraum feierlich wieder in Dienst genommen. Danach muß im Innern vieles erneuert und neu gestaltet werden.
1958-71 Erneuerung der Fenster: 1958 Chorfenster (Hauptchor Vincenz Pieper/Seitenchöre Claus Wallner) - 1967/71 Fenster im Kreuzschiff (Taize)
1958-68 Erneuerung der Türen: 1958 "Viegenerportal" (Südportal) - 1961 Paradiesportal - 1968 "Reformationsportal" (Nordportal)
1960-62 Innenrestaurierung mit Wiederherstellung des romanischen Charakters.
1985-94 Neugestaltung des Altarraumes: Restaurierung des Kleppingaltars, Verlegung des Taufsteins in den nördl. Seitenchor, Aufstellung des neuen Glasaltars in der Vierung.
2006 Die neue Späth-Orgel wird eingeweiht. Nach der Zerstörung der alten "Schultze-Orgel" hatte die Gemeinde jahrzehntelang mit Provisorien leben müssen.


Historische Bilder:


Rekonstruktion der mittelalterlichen
St. Petrikirche

um 1910

Innenraum um 1910

1930er Jahre




1945

Wiederaufbau

1955